VdS 3150: Wie ein Wasserschaden fachgerecht getrocknet wird – gemessen, nicht geschätzt

  • Was ist die VdS 3150?
  • Messverfahren
  • Trocknungsprotokoll

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Ein Trockner wird aufgestellt und ein paar Tage später wieder abgeholt. Die Wand fühlt sich trocken an, riecht neutral und sieht gut aus.

„Wird schon passen.“ „Fühlt sich doch trocken an.“ „Sonst hätten wir was gemerkt.“

Ob die Wand wirklich trocken ist, weiß in diesem Moment niemand. Denn ein Gefühl ist kein Messwert. Genau deshalb gibt es eine Richtlinie, die festlegt, wie ein Wasserschaden fachgerecht getrocknet wird: die VdS 3150. Ihr Grundsatz lautet: Feuchtigkeit wird nicht geschätzt, sondern gemessen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was die VdS 3150 für die Trocknung nach einem Wasserschaden vorsieht, wie die Feuchtigkeitsmessung abläuft und warum erst die Kontrollmessung zeigt, dass eine Trocknung wirklich abgeschlossen ist.

Was ist die VdS 3150? Die Richtlinie zur Sanierung von Leitungswasserschäden

Die VdS 3150 ist eine Richtlinie zur Sanierung von Leitungswasserschäden. Herausgeber ist die VdS Schadenverhütung GmbH, ein Tochterunternehmen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Richtlinie beschreibt, wie ein Wasserschaden von der ersten Erfassung bis zur Abnahme fachgerecht beseitigt wird, also auch, wie die Trocknung ablaufen und dokumentiert werden soll.

Wichtig zu wissen: Die VdS 3150 ist nicht verpflichtend. Sie gilt als anerkannter Maßstab für eine fachgerechte Sanierung, aber kein Betrieb muss sich daran halten. Gerade weil sie nicht verpflichtend ist, lohnt es sich, bei der Beauftragung eines Fachbetriebs gezielt nachzufragen, ob nach VdS 3150 gearbeitet wird.

Messen vor, während und nach der Trocknung: die Vorgaben der VdS 3150

Für die Trocknung ist ein Punkt der Richtlinie zentral: die Feuchtigkeitsmessung, und zwar zu drei Zeitpunkten:

  • Vor der Trocknung:
     Ausmaß und Verteilung der Feuchtigkeit werden erfasst. Daraus ergibt sich, welche Bauteile betroffen sind und welches Trocknungsverfahren passt.
  • Während der Trocknung:
     Zwischenmessungen zeigen, ob die Trocknung wie geplant vorankommt oder nachgesteuert werden muss.
  • Am Ende:
     Erst wenn eine Kontrollmessung bestätigt, dass die Bauteile trocken sind, werden die Geräte abgebaut.

Die Messwerte werden dabei nicht nur erhoben, sondern auch dokumentiert. So entsteht ein nachvollziehbarer Verlauf vom ersten Messwert bis zum Nachweis, dass die Trocknung abgeschlossen ist.

Ohne Messung nach VdS 3150: das Problem in der Praxis

Weil die Richtlinie nicht verpflichtend ist, sieht die Praxis oft anders aus. Die Geräte laufen eine bestimmte Anzahl Tage, und danach wird abgebaut. Ob die Wand dann wirklich trocken ist, prüft niemand mit einem Messgerät, man verlässt sich auf Hand, Nase und Auge.

Das Tückische daran: Bei einem Leitungswasserschaden dringt Wasser tief in die Konstruktion ein, etwa in Mauerwerk, Putz, Ständerwände, Dämmung und Estrich. Die Oberfläche trocknet meist zuerst ab, während im Inneren noch Feuchtigkeit sitzt. Von außen wirkt die Wand trocken, im Kern ist sie es nicht.

Die Folgen zeigen sich meist erst Monate später:

  • Restfeuchte in der Wandkonstruktion, die sich langsam in angrenzende Bauteile verteilt,
  • Schimmel an einer ganz anderen Stelle, etwa hinter Möbeln, in Raumecken oder unter dem Bodenbelag (mehr dazu in unserem Ratgeber Feuchte Wände und Schimmel),
  • Schäden an neuen Oberflächen, zum Beispiel abplatzende Farbe, sich lösende Tapeten oder aufquellende Bodenbeläge,
  • eine Diskussion mit der Versicherung darüber, wer für den Folgeschaden aufkommt, obwohl doch „alles schon getrocknet“ war.

Wie lange eine Wand nach einem Wasserschaden tatsächlich zum Trocknen braucht, hängt von vielen Faktoren ab. Einen Überblick dazu finden Sie in unserem Beitrag Wie lange braucht eine Wand zum Trocknen nach einem Wasserschaden? Nach der VdS 3150 gilt immer: Fertig ist die Trocknung erst, wenn die Messung es zeigt, und nicht, wenn der Kalender es sagt.

Feuchtigkeitsmessung nach Wasserschaden: diese Messverfahren nutzen Fachbetriebe

Für eine verlässliche Feuchtigkeitsmessung nach einem Wasserschaden reicht ein einfaches Messgerät aus dem Baumarkt in der Regel nicht aus. Es kann einen ersten Hinweis liefern, sagt aber wenig über die Restfeuchte im Inneren eines Bauteils. Fachbetriebe setzen je nach Material und Fragestellung verschiedene Verfahren ein und kombinieren sie oft:

  • Kapazitive Messung: zerstörungsfrei und schnell. Damit lassen sich Feuchteverteilungen großflächig erfassen und kritische Bereiche eingrenzen.
  • Widerstandsmessung: Mit Elektroden wird die Feuchtigkeit gezielt an einzelnen Punkten und in bestimmten Tiefen gemessen.
  • Thermografie: Eine Wärmebildkamera macht feuchte Zonen und mögliche Ausbreitungswege sichtbar.
  • CM-Messung oder Darrprobe: Diese Verfahren bestimmen den Feuchtegehalt sehr genau, etwa bei Estrich, bevor ein neuer Bodenbelag verlegt wird.

Mindestens so wichtig wie die Technik ist das Vorgehen, das die VdS 3150 nahelegt. Zu Beginn werden feste Messpunkte festgelegt, und bei jeder weiteren Messung wird an genau diesen Stellen gemessen. Ergänzend dienen Referenzmessungen an unbeschädigten Bereichen als Vergleichswert. Nur so lassen sich die Werte vergleichen und der Trocknungsverlauf nachvollziehen.

Kontrollmessung: der Nachweis, dass die Trocknung abgeschlossen ist

Die Kontrollmessung ist der letzte und entscheidende Schritt der Trocknung nach VdS 3150. Sie findet statt, bevor die Trocknungsgeräte abgebaut werden, und beantwortet eine einzige Frage: Ist das Bauteil wirklich trocken?

Dafür werden die aktuellen Werte an den festgelegten Messpunkten erfasst und mit der Ausgangsmessung und den Referenzwerten verglichen. Liegt die Feuchtigkeit wieder im für das Material üblichen Bereich, ist die Trocknung abgeschlossen. Ist das nicht der Fall, läuft sie weiter.

Ohne Kontrollmessung bleibt das Ende einer Trocknung eine Vermutung. Mit ihr ist es ein belegbares Ergebnis, das als Grundlage für die anschließende Wiederherstellung dient: Erst danach sollte gestrichen, tapeziert oder ein neuer Boden verlegt werden.

Trocknungsprotokoll: Warum Messwerte bei der Versicherung zählen

Tritt nach einer Trocknung ein Folgeschaden auf, stellt sich schnell die Frage nach der Verantwortung. Dann kommt es auf ein lückenloses Trocknungsprotokoll an, wie es die VdS 3150 vorsieht. Es dokumentiert:

  • die 
    Ausgangsmessung
     mit Messpunkten und Werten,
  • die 
    Zwischenmessungen
     im Verlauf der Trocknung,
  • die 
    Kontrollmessung
     vor dem Geräteabbau,
  • die 
    eingesetzte Technik
     und die 
    Laufzeiten
    .

Damit lässt sich belegen, dass fachgerecht getrocknet wurde und wann die Bauteile nachweislich trocken waren. Ohne Messwerte steht dagegen Aussage gegen Aussage. Für Eigentümer, Vermieter und Hausverwaltungen ist das Protokoll deshalb kein Papierkram, sondern eine Absicherung. Weitere Tipps zum Umgang mit der Versicherung finden Sie in unseren Versicherungs-Hacks.

Unser Anspruch bei Protis: Trocknung nach VdS 3150 statt Bauchgefühl

Für uns ist die Kontrollmessung kein Extra. Sie ist der einzige Unterschied zwischen einer Trocknung, die fertig ist, und einer, die nur fertig aussieht.

Deshalb arbeiten wir bei jeder Trocknung nach einem Wasserschaden nach der Richtlinie VdS 3150:

  • Wir messen vor Beginn der Trocknung und legen feste Messpunkte fest.
  • Wir kontrollieren den Trocknungsverlauf regelmäßig und steuern bei Bedarf nach.
  • Wir bauen die Geräte erst ab, wenn die Kontrollmessung bestätigt, dass die Bauteile trocken sind.
  • Wir dokumentieren alle Werte nachvollziehbar, für Sie und für Ihre Versicherung.

Fazit: Gemessen oder nur gefühlt?

Eine Wand, die sich trocken anfühlt, ist noch lange nicht trocken. Die VdS 3150 setzt deshalb auf Messung statt Gefühl: vor, während und nach der Trocknung. Wer darauf verzichtet, riskiert Restfeuchte, Schimmel und Streit mit der Versicherung.

Wurde bei Ihrer letzten Trocknung tatsächlich gemessen, oder nur gefühlt?

Sie haben einen Wasserschaden oder sind unsicher, ob eine frühere Trocknung wirklich abgeschlossen ist? Sprechen Sie uns an. Wir messen nach, beraten Sie ehrlich und übernehmen die professionelle Bautrocknung in Freiburg und Umgebung, nach VdS 3150, mit Messprotokoll und Kontrollmessung.

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